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Sport für alle: „Wenn man es will geht viel“

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Sport für alle: „Wenn man es will geht viel“ - Foto: (c) Reinhard Tank Sport für alle: „Wenn man es will geht viel“ - Foto: (c) Reinhard Tank

Die Bürgerstiftung und der Bezirkssportbund Steglitz-Zehlendorf sowie der Behinderten-Sportverband Berlin luden am 28.10.2011 daher zu einer ersten gemeinsamen öffentlichen Veranstaltung ins Gutshaus Steglitz (Wrangelschlößchen).

Berlin (Behindertensport-News.de) - Ende Mai 2011 fand in Berlin mit mehr als 25 teilnehmenden Vereinen das vom Bezirkssportbund organisierte 1. Bezirkssportfest in Steglitz-Zehlendorf statt. Für die Bürgerstiftung Steglitz-Zehlendorf waren besonders die Angebote für Behinderte und Nichtbehinderte wichtig, denn hier zeigte sich, wie gut der gemeinsame Sport gelingen kann. Es zeigte sich allerdings, dass noch viel zu tun bleibt, wenn das Motto „Inklusion und Mitmachen“, also das ganz selbstverständliche „Zusammenspiel“ von Menschen mit und ohne Behinderung die Regel werden soll.

Hier gilt es Brücken zu bauen! Die Bürgerstiftung und der Bezirkssportbund Steglitz-Zehlendorf sowie der Behinderten-Sportverband Berlin luden am 28.10.2011 daher zu einer ersten gemeinsamen öffentlichen Veranstaltung ins Gutshaus Steglitz (Wrangelschlößchen). Vier engagierte Vereine stellten ihre Arbeit mit Handicap-Sportlern vor und gaben in den anschließenden Diskussionen auch Ausblicke auf die weitere gemeinsame Arbeit und ihre Ziele, die sie aufgrund dieser Veranstaltungsreihe hoffen verwirklichen zu können.

Eröffnet wurde das Programm von der Initiatorin Karin Lau, die Vorsitzende des Vorstandes der Bürgerstiftung Steglitz-Zehlendorf ist. In Vertretung des Bezirksbürgermeisters begrüßte dann Bezirksstadtrat Norbert Schmidt die Anwesenden und hob besonders hervor, dass auch alle im Bezirksparlament vertretenen Parteien mit ihren sportpolitischen Sprechern vertreten waren. Kirstin Fussan, Präsidentin des Behinderten-Sportverbandes Berlin, hieß die mehr als 50 Gäste willkommen und begrüßte besonders die zahlreichen Vertreter der Sportvereine des Bezirks. Moderiert wurde der Abend von Klaas Brose, Geschäftsführer des Behinderten-Sportver-bandes Berlin, der zu Beginn in seinem Referat „Integration, Inklusion und Voraussetzung für gemeinsamen Sport“ aufzeigte, welche Netzwerke es im Sport und im Besonderen im inklusiven Sport geben kann. Danach stellten vier Sportvereine in anschaulichen Präsentationen ihre Arbeit in Bezug auf Inklusion vor. Den Auftakt machte Dr. Beate Loddenkemper, die darlegte, wie die Inklusion von 10 Breiten- und 5 LeistungssportlerInnen im Rolltsuhltennis bei den Zehlendorfer-Wespen seit 20 Jahren funktioniert.

Da gerade der Leistungssport, aufgrund der Rollstühle, die bis zu 5.000 Euro kosten können und der zahlreichen Turniere im Ausland, sehr kostenintensiv ist, wünscht sie sich für die Zukunft eine bessere finanzielle Ausstattung. Weitere Ziele sind die Nachwuchsgewinnung und der Aufbau zwei weiterer Vereine, in denen Rollstuhltennis angeboten wird. Es folgte ein Vortrag von Carsten Wolf, dem Vorsitzenden des BSV Steglitz. „Wir leben seit 55 Jahren im Breitensport die Inklusion“, so Wolf. Aber er wies auch auf Vorurteile hin, die es bisweilen doch noch gibt, wenn Behinderte und Nichtbehinderte gemeinsam Sport treiben wollen. „Oft müssen wir den Widerstand von Eltern von nichtbehinderten Kindern überwinden, aber es hat sich in den letzten Jahren viel, auch in der öffentlichen Wahrnehmung zum Positiven verändert“.

Für die Zukunft wünscht er sich mehr Einbindung der Eltern und hofft auf Sponsoren für die sehr teuren speziellen Sportrollstühle für seine Rollstuhlbasketballer. In der nächsten Präsentation wurde von Vereinsgründer und Präsident Hamdy Mohamed der Judoverein „Budo Club Ken Shiki“ in einer beeindruckenden Diaschau vorgestellt. Der Verein wurde 2009 von ihm gegründet und hat es seitdem auf schon 70 aktive Mitglieder gebracht. Die Mädchenmannschaft errang in diesem Jahr die Deutsche Vizemeisterschaft. Zur Deutschen Mannschaftsmeisterschaft, die am 26.11.2011 in Berlin ausgetragen wird, hofft er auf viele Zuschauer. Und da er in seinem Verein der einzige Trainer ist, wünscht er sich auf dem Wege der Netzwerkknüpfung weitere Trainer für seine geistig behinderten Judokas zu finden.

Den Abschluss bildete dann der sehr launige und kurzweilige Vortrag von Irit Kulck und Glinda Spreen vom „Kinder und Jugend Reit- und Fahrverein Zehlendorf“. Der 1988 gegründete Verein mit 118 Pferden und Ponys ist seit Beginn an für behinderte Kinder und Jugendliche offen. „Wir machen da keinen Unterschied, denn unsere „lebenden Sportgeräte“ merken auch nicht, ob sie von einem Behinderten oder Nichtbehinderten geritten oder gepflegt werden“, so Irit Kulck. „Wir kooperieren mit dem SC Lebenshilfe und 3 Förderschulen, einer Grundschule und einem Kinderladen“, erklärt Glinda Spreen ihre auch nach außen offene Vereinsarbeit. Beide hoffen, dass die heutige Veranstaltung als Startschuss funktioniert und die Politik nicht nur im Bezirk das Thema Inklusion aufgreift und weiter fördert. Alle Anwesenden freuen sich auf weitere gute Zusammenarbeit unter dem Motto SPORT FÜR ALLE – ÜBERALL!

(Reinhard Tank)

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