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Schweiz: Torball-Jugend-Meisterschaften

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Schweiz: Torball-Jugend-Meisterschaften - Foto: (c) Plusport Schweiz: Torball-Jugend-Meisterschaften - Foto: (c) Plusport

Torball ist eigentlich eine Sportart für Blinde und Sehbehinderte. An den Jugend-Schweizermeisterschaften am 12. November in Zollikofen kämpfte aber auch eine Gruppe von Sehenden um den Titel.

Zürich (Behindertensport-News.de) - Am Ende musste das Golden Goal entscheiden. Es ist mucksmäuschenstill auf dem Spielfeld, links und rechts auf der ganzen Breite je ein Tor, davor drei Feldspieler. Abgesehen vom Rasseln des Balls – und hie und da dem Raunen der Zuschauer – ist kein Ton zu hören in der Turnhalle Geisshubel in Zollikofen. Insgesamt zehn Teams kämpfen in den Kategorien Jugend A und Jugend B um den Jugend-Schweizermeistertitel. 

 

«Das ist ein Erfolg», sagt der OK-Präsident Daniel Schlosser vom Torball-Team Zollikofen. Bei der letzten Austragung vor drei Jahren seien es nur vier Mannschaften gewesen. Ein Grund dafür ist die gezielte Jugendförderung, zwei Mal pro Jahr wird ein entsprechendes Turnier ausgetragen, mal in Zürich, mal in Baar und mal in Zollikofen.

«Torball ist eine besondere Sportart, die einzige Behindertensportart mit absoluter Gleichberechtigung», so Daniel Schlosser. Deshalb müssen sich alle Teilnehmenden egal mit welcher Sehkraft die Augen verkleben und sie zusätzlich mit einer Augenklappe bedecken. Vor jeder Halbzeit überprüfen die Schiedsrichter, ob auch ja niemand trickst und dann geht es jeweils los.

Nur deshalb ist es möglich, dass mit dem TC Glarus auch eine Gruppe von Sehenden um den Jugend-Schweizermeister-Titel kämpfen darf. Die sechs Freunde sind an den diesjährigen Torball-Erwachsenen-Schweizermeisterschaften in Glarus auf die Idee gekommen, wo sie mitgeholfen haben. «Ich freue mich sehr, dass sie dabei sind, es ist ein schönes Experiment im Sinne der Integration», sagt Daniel Schlosser.

Niemand hätte am Morgen vor dem Turnier gedacht, dass die jungen Glarner tatsächlich eine Chance haben. «Wir haben mehr Mühe, uns übers Gehör zu orientieren», benennt Noah nach den wohl wichtigsten Hauptnachteil. «Dafür können wir uns die Bewegungsabläufe zeigen lassen, ein Blinder kann das nicht», fügt Ramona an.

Kurz nach 15 Uhr dann die Überraschung: Glarus steht im Jugend-A-Finale gegen Zürich 1! Zuerst aber müssen noch Baar 4 und Zürich 3 den Jugend-B-Schweizermeistertitel unter sich ausmachen. Nach zwei Halbzeiten steht es klar 7:2 für Baar. Ganz anders beim Jugend-A-Finale zwischen Glarus und Zürich 1. Nach zwei ausgeglichenen Halbzeiten mit vergebenen Match-Bällen auf beiden Seiten steht es 4:4.

Verlängerung. Wer zuerst ein Goal schiesst, ist Schweizermeister. Glarus ist dran, holt aus, schiesst und schon beim ersten Angriff heisst es Tor! Der Jugend-Schweizermeistertitel im Torball geht an das Team aus Glarus. Wer hätte das gedacht.

(Plusport)

 

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