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Deaflympics - olympische Spiele für gehörlose Menschen

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Deaflympics - olympische Spiele für gehörlose Menschen Deaflympics - olympische Spiele für gehörlose Menschen

Deaflympics, abgeleitet vom engl. Wort "Deaf" für taub sowie olympics für olympische Spiele, sind die olympischen Sommer- und Winterspiele für Gehörlose.

Erfurt (Behindertensport-news.de) - Ausgetragen werden diese Spiele alle 2 Jahre, im Wechel zwischen Sommer- und Winterspielen, jeweils 1 Jahr nach den Olympischen Spielen und werden vom International Committee of Sports for the Deaf (ICSD) veranstaltet. Früher wurden die Veranstaltungen für Gehörlose Silent World Games for the Deaf genannt und nach Anerkennung durch das IOC wurden sie in Deaflympics umbenannt. Zum 1. Mal wurden die Spiele 1924 durchgeführt also lange bevor es die ersten Paralympics gab. Gehörlose Sportler haben sich somit ein eigenes Wettbewerbsfeld geschaffen und nehmen nicht an den Paralympics teil. Die Vergabe de Spiele erfolgt ähnlich dem System des IOC.

In Deutschland ist der zuständige Verband der DGS (Deutscher Gehörlosen Sportverband). Nahezu unbeachtet von der Öffentlichkeit, werden hier nicht minder sportliche Höchstleistungen erbracht, denen es gegönnt wäre Aufmerksamkeit zu bekommen. Auch die Sportler selbst sind hiezulande nahezu unbekannt. Bekanntester Gehörlosensportler ist Terence Parkin, dem es gelang sowohl bei den Olympischen Spielen in Sydney, wie auch ein Jahr später bei den Deaflympics in Rom, eine Silbermedaille über 200 m Brustschwimmen, zu gewinnen. Somit gilt für die meisten Gehörlosensportler der Amateurstatus es sei denn es gelingt ihnen bei den „normalen Sportlern“ mitwirken zu können.

Angefangen mit den Deaflympics hat alles im Jahr 1924 in Paris. Damals nahmen 9 Nationen mit insgesamt 145 Sportlern teil. Über die Jahre wurden es deutlich mehr Nationen und Teilnehmer und die vergangenen Spiele 2009 in Taipeh (Taiwan) sahen 83 teilnehmende Nationen mit insgesamt 2500 Athleten. 1949 kamen die ersten Winterspiele in Seefeld (Österreich) hinzu wo gerade mal 5 Nationen mit 33 Sportlern antraten. Bei den letzten Winterspielen 2009 in Salt Lake City (USA) waren es dann bereits 23 Nationen mit 298 Aktiven. Die Winterspiele 2011 in der Slowakei wurden vom Veranstalter abgesagt. Dies gilt ebenso für die geplanten Sommerspiele 2013 in Athen. Bei den ersten Spielen waren deutsche Mannschaften noch nicht vertreten, obgleich seit 1910 bereits eigene Gehörlosensportverbände in Deutschland aktiv waren. Seit den Weltspielen 1928 in Amsterdam sind deutsche Sportler ununterbrochen bei den Spielen dabei und das mitunter sehr erfolgreich. Finanziert wird die Teilnahme der Deutschen Mannschaft aus Geldern des Bundesministeriums des Inneren für die Förderung des Leistungssportes, dem deutschen Sportbund und weiterer Sponsoren aus Industrie und Wirtschaft.

Die Disziplinen bei den Sommerspielen umfassen die Sportarten Badminton, Basketball, Beachvolleyball, Bowling, Fußball, Handball, Judo, Karate, Leichtathletik, Mountainbike, Orientierungslauf, Radsport, Sportschießen, Schwimmen, Taekwondo, Tennis, Tischtennis, Volleyball, Ringen (Freistil) und Ringen (Griechisch-Römisch) sowie Volleyball und Wasserball. Im Winter messen sich die Sportler in den Disziplinen Alpiner Skisport, Nordischer Skisport, Curling, Eishockey und Snowboard. Die Disziplinen sind dann jeweils nochmal in Unterdisziplinen unterteilt. Diese stellen sich für die Sommerspiele wie folgt dar:

Badminton: Mannschaftwettbewerb, Damen und Herren Einzel sowie Doppel. Mixed Wettbewerb.
Basektball: Damen- und Herrenwettbewerb.
Beachvolleyball: Damen- und Herrenwettbewerb.
Bowling: Einzel, Doppel, Trios , Mannschaft (5 Spieler), Masters
Fußball: Damen- und Herrenwettbewerb mit max. 16 Mannschaften
Handball: Nur Herrenmannschaften
Leichtathletik umfasst die folgenden 22 Disziplinen getrennt nach Männern und Frauen:
100m, 200m, 400m, 800m, 1500m, 5000m, 10000m, 110m Hürden, 400m Hürden, 3000m Hindernis, Marathon, 4x100m Staffel, 4x400m Staffel, Hochsprung, Weitsprung, Dreisprung, Stabhochsprung, Kugelstoßen, Diskus-, Speer- und Hammerwerfen.
Sportschießen bei den Herren bestehen aus den folgenden Disziplinen: 10m Luftpistole (60 Schuss),10m Luftgewehr (60 Schuss), 50m Pistole (60 Schuss), 50m Gewehr, 3 Positionen (3x40 Schuss), 50m Gewehr, liegend (60 Schuss), 25m Schnellfeuerpistole (60 Schuss). Und bei den Damen: 10m Luftpistole (40 Schuss), 10m Luftgewehr (40 Schuss), 25m Pistole (30+30 Schuss), 50m Gewehr, 3 Positionen (3x20 Schuss).
Die Schwimmwettbewerbe sind für beide Geschlechter gleich und sind unterteilt in die Einzeldisziplinen: Freistil – 50m, 100m, 200m, 400m, 800m (nur Damen), & 1500m (nur Herren)
Rücken – 50m, 100m, 200m Brust – 50m, 100m, 200m, Schmetterling – 50m, 100m, 200m Lagen – 200m, 400m und in die Mannschaftsdisziplinen: Freistil – 4x100m, 4x200m Lagen – 4x100m.
Die Tenniskonkurrenz wird in den folgenden Disziplinen ausgetragen: Herrn und Damen Einzel,
Herren und Damen Doppel sowie Gemischtes Doppel.
Tischtennis unterteilt sich in: Herren und Damen Einzel, Herren und Damen Doppel, Herren und Damen Mannschaft und Mixed Doppelwettbewerb.
Volleyball: Damen- und Herrenwettbewerb.
Wasserball: Nur Herrenwettbewerbe.

Bei den Winterspielen gilt die nachfolgende Unterteilung:
Eishockey: Herrenmannschaften
Curling: Damen- und Herrenwettbewerb.
Snowboard: Parallel Riesenslalom, Half Pipe und Snowboard Cross
Ski Alpin: Abfahrt, Super G, Riesenslalom, Slalom und Kombination.
Langlauf: Sprint, Massenstart, Doppelverfolgung, Staffel, Team-Sprint.

Der Ablauf der Spiele ist mit den „normalen Olympischen Spielen“ und den Paralympics vergleichbar und es gelten zum Großteil die selben Regeln. Lediglich Startsignale, die normalerweise aus Hörzeichen bestehen werden durch Sichtzeichen ersetzt. Die Sportler werden nicht in Schadensklassen eingeteilt, wobei aber die Voraussetzung des Minimums an 55dB Hörverlusts auf dem besseren Ohr zur Teilnahme berechtigt. Qualifikationen zur Teilnahme finden in Länderausscheidungskämpfen ebenso statt. Durch die eigene Kommunikationsform der Sportler ergeben sich besonders bei den Mannschaftssportarten Besonderheiten für die Athleten, da die Kommandos auf Zurufen ja entfallen. Auch die besonderen Geräusche die z.B. ein Ball verursacht der auf den Boden springt und somit schon am Geräusch erkennbar ist mit welcher Geschwindigkeit dies geschieht, entfällt für einen Gehörlosen. Selbst die Anfeuerung durch das Publikum kann von den Athleten nur visuell wahrgenommen werden und somit ist diese Motivationsunterstützung für die Sportler nur teilweise wahrnehmbar.

Der Gehörlosensport hat in den letzten Jahren und Jahrzehnten stark zugenommen. Stetige Steigerung der Teilnehmerzahlen bei den letzten Deaflympics hat dies eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Bedingt durch die spezielle Kommunikation der Gehörlosen, die international gleich ist, bestehen unter den Sportlern keinerlei Verständigungsprobleme. Der Sport bietet den Gehörlosen somit eine Ebene sich sozial und kulturell in ihrem geschlossenen System auszutauschen und weiter zu bilden und zu fördern. Besonders die Spiele in Taiwan haben gezeigt, dass Gehörlose Menschen dort nicht ausgegrenzt sind und die sportlichen Höchstleistungen wurden auch von der „hörenden Bevölkerung“ anerkannt. Spitzenreiter der Nationen sind auch hier die USA, Russland und China jedoch haben andere Länder stark aufgeholt. Bedingt durch die Absagen der letzten Winterspiele und der anstehenden Sommerspiele in 2013 sind nun die Offiziellen gefordert einen schnellen Ersatz zu finden, der es den Sportlern ermöglicht, sich auch weiterhin auf hohem Niveau zu messen.
Zu wünschen wäre es den Sportlerinnen und Sportlern auf jeden Fall.

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