Damen zeigen Großbritannien die Grenzen – Herren ringen Polen nieder
Damen zeigen Großbritannien die Grenzen – Herren ringen Polen nieder - Foto: (c) Andreas Joneck
Rollstuhlbasketball: Deutsche Nationalmannschaften setzen an Tag drei deutliche Duftnote!
Nazareth (Behindertensport-News.de) - Die deutschen Rollstuhlbasketball-Nationalmannschaften haben an Tag drei der Europameisterschaften im israelischen Nazareth mit zwei sehr starken Auftritten für ein klares Duftzeichen gegenüber der Konkurrenz gesorgt. Die deutschen Damen haben nach zuletzt eher durchwachsenen Leistungen den selbsterklärten Kronprinzen Großbritannien deutlich die Grenzen aufgezeigt. Und auch das deutsche Herrenteam beeindruckte mit einer exzellenten Defensivleistung gegen den bisher ungeschlagenen Geheimfavoriten Polen.
Damen: Großbritannien – Deutschland 48:75 (10:20/24:44/37:61)
„Wir haben eine sehr gute Defensive gezeigt und erstmals auch wieder im Angriff absolut überzeugt“, freut sich Bundestrainer Holger Glinicki über die deutliche Duftnote gegen den zuvor als klaren Mitfavoriten eingestuften Gegner: „Zuckerbrot und Peitsche, nur zuletzt in umgedrehter Form haben wohl geholfen“, so der Hamburger leicht schmunzelnd weiter. Elf Assists von Annika Zeyen und zehn weitere von Gesche Schünemann sowie eine wieder befreit aufspielende Topscorerin Marina Mohnen sind Beleg für die gezeigte Spielfreunde, während die Britinnen um die Ausnahmespielerin Helen Freeman auf ganzer Linie kein Mittel gegen die überzeugenden deutschen Damen fanden. Beim 40:71 (33.) drohte dem kommenden Paralympics-Gastgeber sogar ein Debakel, ehe das deutsche Team in der Endphase dann doch etwas an Konzentration verlor. Dennoch dürfte diese mentale Hausaufgabe dem ambitionierten Team aus „GB“ deutlich den Appetit verdorben haben.
Großbritannien: Clare Strange (14), Caroline MacLean (10), Helen Freeman (9), Louise Sugden (8), Helen Turner (5), Judith Hamer (2), Amy Conroy, Madeleine Thompson, Laurie Williams, Natasha Davies (n.e.), Sarah McPhee (n.e.), Debee Steel (n.e.).
Deutschland: Marina Mohnen (Köln 99ers, 23), Gesche Schünemann (RSV Lahn-Dill, 18/1 Dreier), Mareike Adermann (University of Wisconsin/USA, 8), Johanna Welin (USC München, 8), Annika Zeyen (University of Alabama/USA, 8), Annabel Breuer (Ulmer Sabres, 4), Britt Dillmann (RSV Lahn-Dill, 2), Edina Müller (Hamburger SV, 2), Heike Friedrich (Mainhatten Skywheelers, 2), Maya Lindholm (Hamburger SV), Nadine Bahr (Hamburger SV, n.e.), Maria Kühn (Mainhatten Skywheelers, n.e.).
Herren: Polen – Deutschland 62:75 (16:12/23:32/41:53)
Geheimfavorit Polen startete auch im dritten Spiel des Turniers selbstbewusst, nutzte zu Beginn die Lücken in der deutschen Abwehr eiskalt aus und führte schnell mit 7:2 (3.) und 13:8 (6.). Bundestrainer Nicolai Zeltinger war es, der sein Team dann emotional wachrüttelte, als er sich zu Beginn des zweiten Viertels erregt seines Jacketts entledigte. In der Folge zeigte sein Team eine taktische und intensive Meisterleistung in der Verteidigung und ließ die polnische Offensive um die beiden ehemaligen Zwickauer Piotr Luszynski und Mateusz Filipski schier verzweifeln. Mit 41 Punkten in der Offensive strich aber erneut Topscorer Dirk Passiwan ein besonderes Lob seines Trainers ein: „Alle sehen nur seine Offensivqualitäten, aber was Dirk heute in der Verteidigung geleistet und dies in den Dienst der Mannschaft gestellt hat beeindruckt mich immens“, so Zeltinger. So drehte Deutschland beim 19:18 (12.) durch Dirk Köhler erstmals die Partie und zog bis auf 30:21 (17.) und 42:29 (25.) davon.
Doch die polnischen Gegner gaben nie auf, blieben immer in Reichweite und kamen zweimal wie beim 37:42 (27.) noch einmal bedrohlich nahe. Doch jeweils behielt die Mannschaft um Kapitän Sebastian Wolk die Ruhe und sollte einmal Passiwan von den Polen temporär aus dem Spiel genommen worden sein, dann war in der Offensive das Trio André Bienek, Jan Haller und Dirk Köhler souverän zur Stelle. „Jetzt müssen wir uns weiter steigern, Morgen wartet bereits mit den Niederlanden der nächste Brocken auf uns“, so der Bundestrainer mit dem Blick voraus.
Polen: Mateuz Filipski (18), Piotr Luszynski (16), Andrzej Macek (8), Marcin Balcerowski (RSC-Rollis Zwickau, 7), Krzysztof Bandura (5), Piotr Darnikowski (4), Piotr Pawelko (4), Marek Bystrzycki, Jan Cyrul, Tomasz Garstka, Robert Wisnik, Karol Szulic (n.e.).
Deutschland: Dirk Passiwan (IMMOVESTA Dolphins Trier, 41 ), Dirk Köhler (RSV Lahn-Dill, 15), André Bienek (University of Wisconsin/USA, 9 ), Jan Haller (RSV Lahn-Dill, 8), Sebastian Wolk (Mainhatten Skywheelers, 2), Thomas Böhme (RSV Lahn-Dill,), Thomas Gundert (RSV Lahn-Dill), Matthias Heimbach (Jena Caputs), Björn Lohmann (Köln 99ers), Thomas Becker (Köln 99ers, n.e.), Andreas Kress (Mainhatten Skywheelers, n.e.), Sebastian Magenheim (USC München, n.e.).
(Andreas Joneck)



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