Berlin (Behindertensport-News.de) – Um 19:34 Uhr war der letzte Wettbewerb am 4. Juli gestartet. Nach den Herren waren die Damen mit der „kleinen Freistilstaffel“ gestartet. Wenige Minuten später wurde das deutsche Team nach heftigen Diskussionen zwischen Wettkampf- und Teamleitung disqualifiziert.
„Es war schon ein Schock für uns“, so Ute Schinkitz, Trainerin des deutschen Teams. „Bei den Staffelwettbewerben ist es laut dem Regelwerk des IPC (International Paralympic Committee) so, dass die Schwimmerinnen der Starklassen S1 – S5 im Wasser bleiben dürfen, und die der Klassen S6 bis S10 nach dem Wechsel das Becken verlassen müssen. Es war leider ein Fehler der Teamleitung und der Trainer, dass wir die Schwimmerinnen nicht noch einmal explizit auf diese Regel hingewiesen haben. Bei den letzten Weltmeisterschaften war es noch so, dass die Wettkampfleitung diese Regel nicht angewendet hat. Jetzt bei der EM hat es nun leider uns erwischt. Mir tut es für die Schwimmerinnen natürlich sehr leid, dass sie damit auf die schon sicher geglaubten Silbermedaillen verzichten mussten.
Nachdem wir gestern doch alle sehr geknickt waren, hat sich die Stimmung heute wieder zum Guten gewendet. Es war sehr emotional anrührend zu sehen, wie groß der Zusammenhalt im Team zwischen Sportlerinnen, Teamleitung und den anderen Betreuern ist. Es gab nur tröstende Worte und keine Schuldzuweisungen, sondern eine jetzt-erst-Recht-Haltung, die das gesamte Team noch weiter zusammengeschweißt hat. Auch die anderen Nationen haben uns ihr Bedauern darüber bekundet, dass diese Regel zum ersten Mal bei internationalen Wettbewerben angewendet worden ist.“
(BSB)
