Wetzlar (Behindertensport-News.de) – Der frisch gebackene deutsche Rekord-Pokalsieger RSV Lahn-Dill will am Wochenende auch im Kampf um die Deutsche Meisterschaft erfolgreich vorlegen. Im ersten von maximal drei Endspielen der „best-of-three“ Finalserie 2012 kommt es für den Titelverteidiger aus Mittelhessen am Sonntag um 13:30 Uhr auf dem Zwickauer Scheffelberg zum ersten Aufeinandertreffen mit dem RSC-Rollis Zwickau. Spiel Nummer zwei und ein eventuell notwendiges drittes Spiel steigen dann eine Woche später in der Wetzlarer August-Bebel-Sporthalle.
Für die Mannschaft von Trainer Nicolai Zeltinger, die sich im Falle einer erfolgreichen Titelverteidigung nach 2010 und 2011 über einen Meisterschaftshattrick freuen dürfte, geht es vor allem darum, in der Finalserie vorzulegen, um ohne Druck in die Spiele Nummer zwei und eventuell drei gehen zu können. Der Gastgeber aus Sachsen will dies in seinem letzten Heimauftritt der Saison natürlich verhindern und baut dabei vor allem auf seine Leistung aus dem Pokalhalbfinale. Ende März boten die Sachsen den Wetzlarer Rollis couragiert und taktisch clever die Stirn. Auch wenn nach der Schlusssirene der RSV Lahn-Dill über den Einzug ins DRS-Pokalendspiel jubeln konnte, über drei Viertel der Spielzeit agierte Zwickau auf Augenhöhe. „Wir sind gewarnt und müssen trotz Favoritenrolle am Sonntag von Beginn an hoch konzentriert und ebenso entschlossen auftreten, um die kämpferisch starken Zwickauer gar nicht erst ins Spiel kommen zu lassen“, gibt Trainer Nicolai Zeltinger die Marschroute für das wichtige Spiel am Sonntag klar aus, bevor die RSV-Delegation nach dem Abschlusstraining am Samstagnachmittag in Wetzlar Richtung Zwickau aufbricht.
Bereits Ende November ist dies dem Titelverteidiger in der RBBL-Hauptrunde schon einmal gelungen, als die Truppe um den scheidenden Kapitän Joey Johnson, der zu seinem letzten Duell auf dem Zwickauer Scheffelberg antritt, mit 75:59 in der Höhle des Löwen gewinnen konnte. Damals war es vor allem Pointguard Michael Paye, der mit 22 Punkten als Topscorer seiner Mannschaft voranmarschierte und einen wichtigen Anteil am Auswärtssieg hatte. Mit bisher 363 erzielten Punkten in der Liga-Hauptrunde und 31 Zählern in den beiden Halbfinalspielen gegen Rekordmeister München ist der 29-jährige US-Amerikaner die gefährlichste Offensivkraft der Mittelhessen. Ihm gegenüber steht vor allem der tschechische Nationalspieler Adam Erben, der die RSV-Verteidigung insbesondere im Pokalspiel vor zwei Wochen vor große Probleme stellte. Mit 25 Punkten im DRS-Pokal und 13 Zählern in Ligaspiel Ende Februar in Wetzlar war er stets der entscheidende Spieler auf Seiten der Zwickauer.
Abgesehen vom Langzeitausfall Felix Schell, der erst zu Beginn der neuen Spielzeit wieder zur Verfügung stehen wird, laborierten in dieser Woche auch Joey Johnson und Gesche Schünemann an Verletzungen, die sie am vergangenen Wochenende erneut von den Auftritten mit ihren Nationalmannschaften aus Belgien und Großbritannien mitbrachten. Während Johnson wie im Pokalspiel gegen Zwickau einen Schlag am Kopf abbekam, macht bei Schünemann eine Verletzung am Daumen Probleme. Ungeachtet dessen geht der RSV Lahn-Dill, nach nur einer Niederlage aus bisher 25 Pflichtspielen, als Favorit ins Rennen um die Meisterschaft, die für die Wetzlarer zugleich die Neunte wäre.
(Andreas Joneck)

