Wetzlar (Behindertensport-News.de) – Rollstuhlbasketball-Bundesligist RSV Lahn-Dill feiert mit der Saisonpremiere 2011/2012 am Samstag zugleich den Start in seine 20. Erstligasaison. Der Titelverteidiger aus Wetzlar trifft um 14:00 Uhr in Landessportzentrum Elxleben auf den Aufsteiger RSB Team Thüringen um den in der RBBL bekannten Trainer Josef Jaglowski. Der Neuling im Oberhaus ist für RSV-Headcoach Nicolai Zeltinger dabei eine unbekannte Größe, zumal die Thüringer ihr Gesicht zur Vorsaison deutlich verändert haben.
„Ein neues Team mit neuen Spielern in der RBBL, dazu unsere doch sehr schwierige Saisonvorbereitung, noch kann ich nicht wirklich abschätzen was
uns am Samstag erwartet“, ist sich der 39-Jährige über zahlreiche offene Fragen durchaus bewusst. Zumindest nominell wissen die Mittelhessen jedoch was sie erwartet, denn die Thüringer haben sich von den Ligakonkurrenten aus Jena und Zwickau mit Andy Ortmann und Jens-Eike Albrecht sowie der Lettin
Diana Dadzite gleich ein ganzes Trio geangelt. Zudem hat Trainer Jaglowski seine guten Kontakte nach Osteuropa in die Waagschale geworfen und vom
weißrussischen Hauptstadtklub RSKI Minsk Center Aliaksandr Halouski verpflichtet. Fünfter und letzter Neuzugang ist Mina Mojtahedis Landsmann
Teemo Partanen. Der Finne wechselte im Sommer vom russischen Europapokalteilnehmer Nevsky Alyans St. Petersburg in die deutsche Liga.
Trotz aller Fragezeichen in Bezug auf die Erstligapremiere des RSB Team Thüringen und der durch die EM in Israel sehr zerstückelte Vorbereitung, ist
sich der achtmalige deutsche Meister aus Wetzlar seiner Stärken durchaus bewusst und reist natürlich als klarer Favorit ins beschauliche Elxleben,
nördlich der Landeshauptstadt Erfurt gelegen. Verzichten muss Trainer Zeltinger dabei auf Nationalspielerin Gesche Schünemann, die mit einer
Kapselverletzung am kleinen Finger der linken Hand aus Israel zurückkehrte und noch mindestens bis Mitte Oktober ausfallen wird. Zudem steht der
RSV-Trainer vor einer neuen Herausforderung, denn durch die Neuklassifizierung der beiden Nationalspieler Thomas Gundert und Jan Haller
sind die „Lineups“ des Weltpokalsiegers kräftig durcheinander gewirbelt worden. Beide Spieler wurden von der IWBF Europe, dem europäischen
Dachverband, während der EM in Nazareth von 1,5 auf nunmehr jeweils 2,0 Klassifizierungspunkten hochgestuft worden.
„Dies ist eine neue Herausforderung, die von uns allen einiges abverlangt“, weiß Zeltinger die Schwierigkeit zehn Tage vor Saisonbeginn neue Formationen
ausprobieren zu müssen realistisch einzuschätzen. Teammanager Andreas Joneck geht dabei sogar noch einen Schritt weiter und sagt: „Unabhängig von der
inhaltlichen Frage ist durch diese überraschende Entscheidung damit die sportliche wie wirtschaftliche Planungssicherheit für uns Vereine durch die
IWBF Europe über Bord geworfen worden“.
Unabhängig davon startet der RSV am Samstag nicht nur in das Unternehmen Titelverteidigung, sondern auch um im 20. Erstligajahr den Rekordmeister USC München in der „Ewigen Bundesligatabelle“ zu überholen. Mit vier Siegen mehr auf dem Konto liegen die Bayern als dreizehnmaliger Meister noch hauchdünn vor den Mittelhessen. Beim Aufsteiger RSB Team Thüringen sollen daher zwei weitere Punkte und damit der 250. Bundesligasieg in der Vereinsgeschichte eingefahren werden.
RBBL, 1. Spieltag: RSB Team Thüringen – RSV Lahn-Dill, Mainhatten – Skywheelers – RSV Basket Salzburg, IMMOVESTA Dolphins Trier – Köln 99ers
(alle Sa.), RSC-Rollis Zwickau – Jena Caputs, Hannover United – USC München (beide So.).
(Andreas Joneck)
